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Die Bagatellgrenze fällt: Endlich Balkonkraftwerk 800 Watt erlaubt?

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Endlich, die Bagatellgrenze für das Balkonkraftwerk fällt! Nachdem sich der VDE schon längst für vereinfachte Regelungen ausgesprochen hat, könnte die Entscheidung nach der Ressortabstimmung in der Bundesregierung bald feststehen. Derzeit stehen alle Zeichen auf den Januar 2024, danach wird eine Anlage mit Balkonkraftwerk 800 Watt erlaubt sein.

Aktuelle Regelungen und geplante Änderungen im Überblick

Längst haben Verbraucher erkannt, dass es viel günstiger ist, in ein eigenes Balkonkraftwerk zu investieren und den benötigten Strom selbst zu produzieren, als sich auf die Stromanbieter mit ihren ständig nach oben schwankenden Preisen zu verlassen. Aktuell ist Balkonsolar erlaubt, wenn die Anlage nicht mehr als 600W Leistung bringt. Dies ist allerdings vielen Anwendern zu wenig und der tatsächliche Strombedarf ist viel höher. Damit ist es nötig, den Strom vom jeweiligen Anbieter abzunehmen und das zu dessen Konditionen und ohne die Gewissheit, wirklich Strom aus regenerativen Energiequellen zu bekommen. Doch schon bald soll die 800W Mini PV anlage erlaubt sein.

So sind die aktuellen Regelungen in Deutschland

Maßgeblich für die Beurteilung der Leistung eines Balkonkraftwerkes ist der Wechselrichter. Die Solarmodule dürfen hingegen eine deutlich höhere Leistung aufweisen. Zur Begrenzung der erlaubten Leistung wird in Deutschland die EU-Richtlinie 2016/613 nicht angewendet. Diese gilt zwar in vielen anderen europäischen Ländern, aber die Bundesrepublik geht einen eigenen Weg. Diese Richtlinie besagt, dass eine Balkonsolaranlage mit einer Leistung von weniger als 800W unter die Bagatellgrenze fällt und damit nicht meldepflichtig ist. Die VDE-Norm AR-N 4105-2018:11 führt auf, dass eine Kleinsterzeugungsanlage für Strom nur höchstens 600 Watt Ausgangsleistung des Wechselrichters haben darf. Innerhalb dieser Grenze ist eine vereinfachte Anmeldung der Anlage beim Netzbetreiber möglich. Als Grundlage für diese Richtlinie wurden Sicherheitserwägungen festgelegt, wobei zahlreiche Experten auch bei einer höheren Grenze keine Bedenken haben. Eine Überlastung des Stromnetzes stehe ihrer Meinung nach nicht zu befürchten.

Bagatellgrenze in Deutschland einführen und Richtlinie anpassen

Derzeit gibt es nicht mehr nur Bestrebungen, sondern konkrete Hinweise darauf, dass die Bagatellgrenze auf 800 Watt angehoben werden soll. Damit würde man sich in Deutschland den übrigen europäischen Ländern anpassen. Für Netzbetreiber wäre eine solche Anlage nicht mehr als netzrelevant einzustufen.
Die Veränderungen hat der VDE in seinem Positionspapier vom Januar 2023 selbst empfohlen. Unterstützt wird das Vorhaben durch das Umweltbundesamt sowie durch den Bundesverband der Verbraucherzentralen. Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Forderung in seiner Strategie zum künftigen Vorgehen in Sachen Photovoltaik berücksichtigt, die Gesetzgebung soll dahingehend geändert werden. Damit soll es mehr Menschen möglich sein, Zugang zu regenerativen Energien zu erhalten und die Stromversorgung zu sichern. Durch diese Veränderung soll sich zudem die Rentabilität der Balkonkraftwerke verbessern, die sich dementsprechend schon nach vier bis sechs Jahren amortisiert haben können.

Die geplanten Veränderungen für Balkonkraftwerke

Wichtig zu wissen: Die genannten Grenzen beziehen sich immer auf die Leistung, die der Wechselrichter erbringen kann. Nicht auf die der Solarmodule, die deutlich höher liegen können (und sollten), um den Strombedarf auch im Winter decken zu können. Wer aktuell überlegt, sich eine Mini-PV zu kaufen, muss damit nicht warten, bis die wechselrichter 800 Watt Modelle endlich auf den Markt kommen. Es gibt inzwischen upgradefähige Wechselrichter, die derzeit die erlaubten 600 Watt Leistung erbringen. Sie können per App jedoch auf 800 Watt verbessert werden. Das spart die Anschaffung neuer Hardware nach Einführung des neuen Gesetzes.

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Das könnte sich ab 2024 ändern

Der aktuell in der Ressortabstimmung befindliche Gesetzesentwurf zur Änderung der Bagatellgrenze sieht vor, dass die Neuerungen ab dem 1. Januar 2024 in Kraft treten. Die dann erlaubten Anlagen bringen rund ein Drittel mehr Leistung! Erlaubt sind dann 800 Watt balkonkraftwerk statt der bisherigen 600 Watt. An den Wechselrichter dürfen Solarzellen mit bis zu 2.000 Watt angeschlossen werden. Dies hat den Vorteil, dass die Anlage auch bei weniger Sonneneinstrahlung wie im Winter mehr Strom produzieren kann.
Derzeit geht die Bundesregierung davon aus, dass pro Jahr rund 200.000 Balkonsolargeräte neu installiert werden, was dank niedrigerer Preise für die Anlagen und je nach Gemeinde lukrativer Förderung im Rahmen des Möglichen ist.
Neu sollen auch die folgenden Änderungen sein:

  • Netzbetreiber erhält viermonatige Frist
    Künftig soll der Netzbetreiber vier Monate als Frist gesetzt bekommen, um den alten Stromzähler auszutauschen. Die Anmeldung der Anlage erfolgt übe die Bundesnetzagentur, dort muss sich der Netzbetreiber darüber informieren, ob Zähler ausgetauscht werden müssen oder nicht. Der Gesetzgeber sieht bis zum Austausch eine kurzfristige Hinnahme des Rückwärtsdrehens der alten Zähler vor.
  • Schuko-Verbindungen erlaubt
    Bisher war der VDE stärkster Verfechter des Wieland-Steckers und setzte sich dafür ein, dass nur diese für ein Balkonkraftwerk erlaubt sind. Nun aber wird von einer bevorzugten Installation der Balkonkraftwerksanlage durch einen Elektriker und den Anschluss der Anlage per Wieland-Stecker gesprochen, generell sollen aber auch Schuko-Stecker erlaubt sein. Und das auch bei einer Mini PV Anlage mit 800 Watt Leistung.
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Erweiterung der bestehenden Balkonsolaranlage

Eine vorhandene Balkon-PV kann durch ein weiteres 2000 Watt Module erweitert werden. Dieses sollte Experten zufolge an einen anderen Stromkreis angeschlossen werden als die bisherige Anlage. Die Amortisationsdauer liegt bei rund sechs Jahren, wenn von einer Einsparung von etwa 60 Euro im Jahr gegenüber der Anlage mit 600 Watt ausgegangen wird. Wichtig: Der damit erzeugte Strom muss auch wirklich verbraucht werden, wobei die Grundlast im Einfamilienhaus bei etwa 400 Watt liegt. Daher raten viele Fachleute dazu, auch nach der Änderung nicht zwingend auf ein 800 Watt Solarkraftwerk zu setzen, sondern bei der 600 Watt Variante zu bleiben. Der überschüssige Strom geht ins öffentliche Netz und ist für den Haushalt verloren, sofern es keine Einspeisevergütung gibt. Wer die leistungsfähigere Anlage installieren möchte, sollte den gewonnenen Strom daher auch abnehmen. Das funktioniert am besten, wenn stromintensive Geräte wie die Waschmaschine oder der Trockner in Zeiten mit strahlender Sonne betrieben werden. Alternativ kann eine Balkonsolaranlage mit Speicher installiert werden, damit steht der erzeugte Strom für eine spätere Nutzung bereit. Derartige Anlagen sind jedoch noch sehr kostenintensiv, die Amortisationsdauer liegt teilweise bei mehr als zehn Jahren.

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Fazit

  • Nutzung von Wechselrichtern für hohe Tagesenergieverbräuche: Personen mit hohem Stromverbrauch während des Tages könnten von einem 800-Watt-Wechselrichter profitieren. Es ist jedoch wichtig, zu überlegen, welche Geräte wirklich den ganzen Tag über in Betrieb sein müssen.
  • Energiesparmaßnahmen als Alternative: Oft ist das Einsparen von Strom eine einfachere und kostengünstigere Lösung als die Anschaffung neuer Geräte.
  • Speicherung überschüssiger Energie in Batterien: Überschüssiger Strom kann in Batterien gespeichert und zu Spitzenverbrauchszeiten genutzt werden. Die Kosten und der Nutzen solcher Batteriespeichersysteme sollten jedoch genau abgewogen werden.
  • Berechnung der Rentabilität vor dem Kauf: Es ist ratsam, vor dem Kauf von Solarenergieanlagen eine Kosten-Nutzen-Analyse durchzuführen. Die Rentabilität hängt stark von der Standortposition und den Wetterbedingungen ab. Ein von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin bereitgestellter Online-Rechner kann dabei helfen, den ungefähren Ertrag einer Steckersolaranlage zu schätzen.
  • Berücksichtigung des Kaufzeitpunkts: Das Verschieben des Kaufs eines Balkonkraftwerks bis in den Januar könnte sich aus verschiedenen Gründen lohnen, unter anderem wegen potenzieller Preisreduzierungen bei Wechselrichtern.
  • Möglichkeit der sofortigen Nutzung einer 800-Watt-Anlage: Für diejenigen, die nicht bis Januar warten wollen, gibt es spezielle Wechselrichter, die die Leistung bis Januar auf 600 Watt begrenzen und danach auf 800 Watt erhöhen können.

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