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Installation von Balkonkraftwerken: Montage, Tipps und Wissenswertes

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Sie möchten ein Balkonkraftwerk anschließen und wollen jetzt wissen, was dabei zu beachten ist? Worauf es ankommt und welche Anmeldungen nötig sind? Dann finden Sie im folgenden Ratgeber die passenden Antworten auf diese Fragen.

Balkonkraftwerk anschließen in mehreren Schritten

Wie ist ein Balkonkraftwerk anzuschließen? Eines vorweg: Es braucht nicht zwingend den ausgebildeten Elektriker, der den Anschluss der Mini-PV vornimmt. Dennoch sei allen, die Strom mit Vorbehalten gegenüberstehen, geraten, lieber auf eine Fachkraft zu setzen. Der Experte kann vorab überprüfen, ob die vorhandene Stromleitung für die Einspeisung des selbst erzeugten Stroms infrage kommt und ob die dafür nötigen Voraussetzungen erfüllt werden. Bei einer maximalen Leistung der Balkonsolar-Anlage von 600 Watt kann der Aufbau aber selbst vorgenommen werden, die Risiken halten sich dabei in Grenzen. Der Anschluss der Balkonsolaranlage erfolgt nun in mehreren Schritten.

5 Schritte, die vor der Montage zu erledigen sind

Die folgenden fünf Schritte sind nötig, noch ehe die Mini-PV auf dem Balkon oder auf der Terrasse angeschlossen wird:

1. Check der technischen Ausstattung

Noch bis vor Kurzem war der Wechsel der Stromzähler vorgeschrieben, wenn eine Balkonsolaranlage betrieben werden soll. Grundsätzlich gilt diese Maßgabe immer noch, doch der Netzbetreiber hat jetzt eine Frist zugestanden bekommen, bis zu der der Wechsel vorzunehmen ist. Bis dahin ist es möglich, die Anlage auch mit rückwärtsdrehenden Zählern zu betreiben. Zum Check sollten auch die Stromleitungen der Hausinstallation gehören. Es kann gefährlich sein, veraltete Leitungen zu nutzen.

digitalen Stromzahler mit Rucklaufsperre
digitalen Stromzahler mit Rucklaufsperre

2. Stecker wählen

Ebenfalls geändert wurden die Vorgaben bezüglich der Wahl des Steckers. Mussten Mini-PV-Anlagen bisher mit Wieland-Steckern betrieben werden, dürfen sie nun auch mit der klassischen Schuko-Steckdose nebst zugehörigem Stecker zum Einsatz kommen. Auch der VDE hat seine Empfehlungen dahingehend überarbeitet. Wichtig für alle, die sich für Balkonkraftwerke interessieren: Jeweils aktuelle gesetzliche Vorgaben sind zu beachten. Diese werden immer wieder angepasst und können wie im Falle der Steckerfrage auch mal das Gegenteil von den bisherigen Regelungen besagen.

3. Passendes Set wählen

Wer eine Balkonsolaranlage installieren möchte, muss noch in diesem Jahr eine Leistung von 600 Watt hinnehmen. Bald soll jedoch eine Leistung von 800 Watt möglich sein, was die erlaubten Anlagen in Deutschland auf eine Stufe mit den Anlagen der übrigen europäischen Länder heben würde. Wer nicht auf die neuen Gesetze warten möchte, kann sich auch Wechselrichter besorgen, die von 600 Watt auf 800 Watt aufrüstbar sind. Es ist empfehlenswert, jetzt auf erweiterungsfähige Anlagen zu setzen, die entsprechend angepasst werden können. Zudem stellt sich die Frage, ob ein Set mit oder ohne Speicher die richtige Wahl ist.

Ab 2024 wird Deutschland die Ausgangsleistung von Wechselrichtern auf 800 Watt und die Gesamtausgangsleistung von Solarmodulen auf 2000 Watt einstellen. Mit höheren Leistungen können wir mehr Solarenergie erhalten, und es macht Sinn, über Energiespeicher nachzudenken.

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4. Aufstellplatz bestimmen

Wichtig zu wissen: Die Montage von Balkon-Solaranlagen ist nicht nur auf dem Balkon möglich. Auch auf der Terrasse oder an einem geschützten und dennoch sonnigen anderen Standort kann die Anlage aufgebaut werden. „Balkonsolar“ ist nicht wörtlich zu nehmen, auch wenn die Mini-PV sicherlich in den meisten Fällen auf dem Balkon installiert wird.

5. Registrierung vornehmen

Das Balkonkraftwerk muss derzeit bei der Bundesnetzagentur und dem Netzbetreiber angemeldet werden, aber ab dem nächsten Jahr 2024 ist die Anmeldung beim Netzbetreiber nicht mehr erforderlich. Trotz dieser Vorschriften gibt es eine hohe Anzahl von nicht registrierten Anlagen. Im Falle einer Nichtanmeldung und auftretenden Störungen durch die Anlage haftet der Betreiber. Bei einem Brand kann sich daher auch die Gebäudeversicherung an den Betreiber wenden und diesen in Regress nehmen.

balkonkraftwerk anmelde
balkonkraftwerk anmelde (Bild:Katja Gehrig / home smart)

Darf ich als Mieter ein Balkonkraftwerk anschließen?

Mietern wird empfohlen, vor der Installation eines Balkonkraftwerks den Hauseigentümer zu kontaktieren. Dies sollte idealerweise bereits vor dem Kauf geschehen, um eventuelle Auflagen zu berücksichtigen. Es könnten beispielsweise Denkmalschutzbestimmungen existieren, die bestimmte Befestigungsmethoden am Gebäude (zum Beispiel Bohrungen) untersagen. Zudem kann der Vermieter das Anbringen von Elementen an der Außenseite des Balkongeländers aus Sicherheitsgründen oder aufgrund optischer Einflüsse verbieten.

Ab 2024, gemäß den Erleichterungen im Solarpaket 1 für Balkonkraftwerke, ist es auch ohne Erlaubnis des Vermieters möglich, solange der Vermieter keinen triftigen Grund hat, wie etwa Denkmalschutz oder Gefahr für andere. Dennoch sollte die Information des Eigentümers im Interesse eines guten Verhältnisses zwischen Mieter und Vermieter in Betracht gezogen werden. Erfahren Sie mehr über Kann der Vermieter das Aufstellen einer Balkonkraftwerk verbieten?

Welcher Stecker ist für das Balkonkraftwerk richtig?

Benötigt werden für das Balkonkraftwerk das Solarmodul, der Wechselrichter, der digitale Stromzähler und der Stecker. Dabei musste es sich bisher noch um einen Wieland-Stecker handeln, wenngleich der Schuko-Stecker ebenfalls nutzbar ist. Der VDE hat seine entsprechend lautenden Empfehlungen geändert und nun ist der Betrieb des Balkonkraftwerks auch mit einem Schuko-Stecker möglich. Er gilt als ausreichend sicher und schaltet bei einer Stromunterbrechung rasch ab. Die Vorteile des Schuko-Steckers liegen auf der Hand:

  • handelsüblicher Stecker
  • erfüllt die Normanforderungen
  • erlaubt es einem Laien, das Balkonkraftwerk anzuschließen
  • ausreichend sicher

Lediglich der Schutz vor Stromschlägen und Überhitzung ist beim Schuko-Stecker etwas geringer. Bisher ist es Medienberichten zufolge aber noch nicht vorgekommen, dass eine Person einen Stromschlag erlitten habe, weil kein Wieland-Stecker verwendet worden ist. Mit dem Schuko-Stecker wird die ohnehin einfache Installation der Balkonkraftwerke noch leichter.

Wieland-Stecker und Schuko-Stecker

Wichtige Fragen zum Anschluss des Balkonkraftwerks

Die wichtigsten Fragen zum Anschluss des Balkonkraftwerks betreffen die Voraussetzungen (Stecker, Anmeldung, Information des Vermieters). Doch bei der Anwendung der Mini-PV treten häufig weitere Fragen oder Unsicherheiten auf, die im Folgenden geklärt werden sollen. Wir haben daher die wichtigsten dieser Fragen zusammengetragen.

Wie sollte ein Balkonkraftwerk befestigt werden?

Wichtig bei der Montage ist die Ausrichtung: Eine Position in Südlage ist zu bevorzugen, da hier der größte Ertrag möglich ist. Sind zwei Module vorhanden, ist eine Ost-West-Aufständerung sinnvoll, da die meiste Leistung dann zu den Hauptstromverbrauchszeiten erbracht wird. Die Befestigung des Balkonkraftwerks erfolgt in diesen Schritten:

  1. Anbringung des Wechselrichters
  2. Verbindung von Photovoltaik-Modul und Wechselrichter über MC4-Stecker
  3. Verbindung von AC-Kabel und Wechselrichter über RST 16i3-Stecker
  4. Anschluss an das Stromnetz

Können zwei Balkonkraftwerke angeschlossen werden?

Es ist erlaubt, pro Hausanschluss bzw. pro Wohnungsanschluss (bei Mehrfamilienhäusern) mehrere Stecker-Solargeräte zu betreiben. Die aktuell zulässige Leistung von 600 Watt darf aber nicht überschritten werden. Ab Januar 2024 sollen 800 Watt erlaubt sein. Der Vorteil des Anschlusses von zwei Balkonkraftwerken liegt darin, dass die Produktivität besser über den Tag verteilt werden kann.

Welche Vorteile hat ein Speicher bei Balkonkraftwerken?

Die Vorteile des Balkonkraftwerks mit Speicher liegen darin, dass der selbst produzierte Strom auch dann verwendet werden kann, wenn aktuell kein Strom über die Mini-PV bereitgestellt wird. Berechnungen zufolge lässt sich damit bis zu 3,5 Mal mehr Strom sparen, als wenn eine Anlage ohne Speicher verwendet wird. Die erzeugte Energie kann durch den Speicher zu 100 Prozent selbst verbraucht werden, auch wenn sie zum Zeitpunkt ihrer Entstehung nicht abgenommen wird. Es ist zudem möglich, zugleich Strom zu erzeugen und zu verbrauchen, was mit Lösungen ohne Speicher nicht machbar ist.

Wie kommt der Strom von der Anlage ins Haus?

Der Wechselrichter wandelt den erzeugten Strom in eine nutzbare Form um (Gleichstrom in Wechselstrom). Nach Einstecken des Steckers in die Steckdose fließt der Strom direkt vom Erzeuger (Balkonkraftwerk) in die Leitungen und damit in die wohnungseigenen Geräte. Hier kann der Strom abgenommen (verbraucht) werden. Möglich ist zudem die Speicherung des überschüssigen Stroms bei Vorhandensein einer entsprechenden Anlage. Der Wirkungsgrad ist trotz des anfallenden Blindstroms hoch.

Fazit

Insgesamt ist die Installation eines Balkonkraftwerks recht einfach, jedoch wird empfohlen, dies zu zweit zu tun, da die PV-Module sehr schwer sind. Interessierte, die wenig Zeit haben oder nicht handwerklich geschickt sind, können auch vor Ort einen Installateur finden, der alles inklusive Beratung, Kauf und Installation übernimmt. Natürlich ist dies kostenintensiver. Ein Balkonkraftwerk zeigt zudem, dass es auch ohne eigenes Haus möglich ist, Photovoltaikmodule anzuschließen.

Falls Fragen zum Thema Balkonkraftwerk oder Batteriespeicher auftauchen, können Sie uns gerne per E-Mail(info@balkonkraftwerkinfo.de) kontaktieren. Wir beraten Sie gerne weiter.

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