Was kostet ein Balkonkraftwerk: Kosten und Amortisation im Überblick

Balkonkraftwerke boomen: Sie sind einfach zu montieren und liefern Strom aus Sonnenenergie. Das macht ein Stück weit unabhängiger von den aktuellen Strompreisen. Aber was kostet die Mini PV?

Balkonkraftwerke: Eckdaten und Kosten

Die Preise für Balkonkraftwerke sind unterschiedlich und mittlerweile gibt es sogar schon Billigangebote vom Discounter. Seit Januar 2023 ist auch die Mehrwertsteuer weggefallen, sodass sich der Preis für Balkonsolar noch einmal reduziert. Aktuellen Beispielrechnungen zufolge haben sich manche Mini-Kraftwerke für den Balkon bereits nach zwei bis drei Jahren reduziert, was vom Anschaffungspreis, möglichen Förderungen und dem aktuellen Strompreis abhängig ist. Durch die geplante Erlaubnis zu einer höheren Leistung (800 statt 600 Watt) wird sich die Stromausbeute erhöhen, sodass sich ein Balkonkraftwerk noch schneller rechnet.

Das ist für das Balkonkraftwerk nötig

Wie der Name schon sagt, dient das Balkonkraftwerk der Stromerzeugung auf dem Balkon. Die zugehörigen Module können auf dem Balkon, aber auch auf der Terrasse angebracht werden. Die Mini PV besteht aus den genannten Modulen, aus einem Energiespeicher sowie aus dem Wechselrichter, der dafür sorgt, dass der erzeugte Gleichstrom in den für Haushaltsgeräte nötigen Wechselstrom umgewandelt wird. Aktuell sind Wechselrichter bis 600 Watt Leistung erlaubt, künftig (ab 2024) sollen jedoch auch Wandler mit 800 Watt erlaubt sein. Nötig ist zudem der PV-Hub, der zwischen Modulen, Batterie und Wechselrichter angeschlossen wird. Er sorgt für das Speichern und Einspeisen des Stroms und lässt sich per App steuern.

In der Regel wird der über das Balkonkraftwerk erzeugte Strom direkt im Haushalt genutzt und somit in das Hausnetz eingespeist. Was als Mehrbedarf besteht, wird aus dem öffentlichen Netz bezogen. Erzeugt die Anlage aber mehr Strom als verbraucht werden kann, wird dieser in das öffentliche Netz eingespeist. Eine Einspeisevergütung gibt es nicht mehr bzw. wurde diese auf 8,2 Cent/kWh gesenkt.

Was kostet ein Balkonkraftwerk?

Die Kosten für Balkonkraftwerke sind verschieden und liegen je nach Hersteller und Modell zwischen 350 und 600 Euro, teilweise werden auch bis 1000 Euro fällig. Seit Januar 2023 sind Balkonkraftwerke von der Mehrwertsteuer befreit, dennoch sind Verbraucherschutzorganisationen der Meinung, dass die derzeitigen Preise nicht gerechtfertigt, sondern zu hoch seien. Die Händler haben mit der Preisgestaltung auf die hohe Nachfrage sowie auf die verzögerte Lieferung einzelner Bauteile und damit auf die schleppende Produktion der Mini-Solaranlagen reagiert. Es ist daher ratsam, vorab zu schauen, ob sich die Installation einer solchen Anlage lohnt.

Wie hoch die tatsächlichen Investitionskosten sind, hängt auch von der Leistungsfähigkeit der Anlage ab. Je weniger leistungsfähig das Modell ist, desto weniger Strom kann erzeugt werden und desto langsamer ist die Amortisation möglich. Meist wird von einer Amortisation von zwei bis sechs Jahren ausgegangen.

Lohnt sich das Balkonkraftwerk?

Experten gehen davon aus, dass eine Amortisation nach rund sechs Jahren vorliegt. Damit ist aber nur gemeint, dass die erfolgten Investitionen wieder eingespart wurden. Tatsächliche Einsparungen, die sich als wirkliches Plus bemerkbar machen, erfolgen aber erst danach. Dann aber können Kostenersparnisse von mehreren Tausend Euro möglich sein, wobei die genauen Kostenreduzierungen vom Stromverbrauch und von der Leistungsfähigkeit der Anlage abhängig sind. In der Regel lohnt sich die Mini PV umso eher, je mehr Strom verbraucht wird, denn umso weniger Strom muss aus dem öffentlichen Netz bezogen und an den Stromanbieter bezahlt werden. Damit wird der Nutzer der Balkonsolaranlage unabhängiger vom Anbieter und den aktuellen Preisen für Strom.

800W Balkonkraftwerk kosten

Kleine Haushalte profitieren besonders

Ein Balkonkraftwerk eignet sich für jedes Haus und jede Wohnung, wobei der individuelle Nutzen vom tatsächlichen Strombedarf abhängt. Eine Mini PV ist nicht in der Lage, einen Stromverbrauch von 7.000 kWh im Jahr abzudecken, schafft aber durchschnittlich 520 kWh jährlich bei einer Leistung von 600 Watt. Werden die neuen Anlagen zugelassen, bringen diese 800 Watt Leistung und demzufolge auch mehr selbst produzierten Strom. Das wiederum bedeutet: Wer nur wenig Strom verbraucht, weil die Wohnung klein ist und hier nur eine Person oder zwei Menschen leben, kann mit der Balkonsolaranlage viel Geld sparen. Die Anlage deckt dann den Grundverbrauch für die meisten Haushaltsgeräte allein ab. Die kleine Anlage amortisiert sich dementsprechend schneller, als wenn eine größere Variante installiert wurde.
Tipp: Die Balkonsolaranlage produziert tagsüber den meisten Strom. Wer jedoch am Tage nicht zu Hause ist, kann davon nur profitieren, wenn ein entsprechend großer Speicher vorhanden ist.

Diese Extrakosten fallen für Balkonsolar an

Extrakosten können bei der Installation der Anlage entstehen, wenn beispielsweise keine Schuko-Steckdose in der Nähe ist. Aktuell muss ohnehin noch eine Wieland-Steckdose installiert werden, diese muss mit dem zugehörigen Wieland-Stecker verbunden werden. Die Bundesregierung arbeitet derzeit daran, eine entsprechende Änderung der Empfehlungen als Gesetz durchzubringen. Demnach würden nur noch Schuko-Stecker und Schuko-Steckdose benötigt werden. Dennoch: Befindet sich die Steckdose nicht auf dem Balkon, muss sie durch einen Fachbetrieb verlegt und angeschlossen werden.
Vorgegeben sind zudem Zwei-Richtungs-Zähler, damit der aktuell verbaute Zähler nicht rückwärts läuft. Dieses Rückwärtslaufen soll dem Willen der Bundesregierung entsprechend vorübergehend geduldet werden. Aktuell ist eine Frist von vier Monaten für den Tausch der alten Zähler im Gespräch. Die Kosten dafür dürfen höchstens 20 Euro pro Jahr betragen, wenn sie auf den Verbraucher umgelegt werden sollen.
Wartungskosten sind nicht zu befürchten. Die Anlagen sind größtenteils wartungsfrei und darauf ausgelegt, mindestens 20 Jahre zu laufen.

Förderungen für Balkonkraftwerke

Es gibt keine bundesweiten Förderprogramme für den Kauf und die Installation von Balkonkraftwerken. Die Regierung hat bislang lediglich die Mehrwertsteuer für die Anlagen abgeschafft. Die einzelnen Bundesländer bieten jedoch unterschiedlich hohe Förderungen, wobei sich diese nach der Anzahl der Anlagen oder pro Haushalt berechnen lassen. In einigen Bundesländern gibt es gar keine Förderung. Wer sich ein Balkonkraftwerk anschaffen möchte, sollte daher vorher nach eventuellen Fördermöglichkeiten schauen. Tipp: Die zugehörigen Anträge müssen in der Regel vor dem Kauf bzw. vor der Installation gestellt werden, damit die Fördergelder zur Auszahlung kommen können.

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