StartBalkonkraftwerkInstallationshinweiseBalkonkraftwerk ohne Anmeldung:...

Balkonkraftwerk ohne Anmeldung: Welche Strafen drohen?

Artikel-Audio

Die Investition in ein Balkonkraftwerk ist finanziell zu stemmen, gleichzeitig bringt sie eine reale Entlastung von den steigenden Strompreisen. Mehr Unabhängigkeit vom Netzbetreiber sowie das gute Gefühl, aktiv etwas für den Klimaschutz zu tun, lassen viele Haus- und Wohnungseigentümer sowie Mieter auf Mini-PV-Anlagen setzen. Allerdings gelten für den Betrieb von Balkonkraftwerken Gesetze, die beachtet werden müssen. Unter anderem geht es dabei um die korrekte Anmeldung der Anlage.

Balkonkraftwerk Anmelden: Pflicht oder nicht?

Viele Hersteller von Balkon Solaranlage werben damit, dass das bloße Einstecken in die Steckdose und das Anschalten der Solarstromanlage ausreichend seien. Ganz so leicht ist es nicht, denn vor der Inbetriebnahme muss die Anmeldung der Anlage stehen. Dabei gelten die Anmeldepflichten unabhängig von der Größe, der Leistung sowie dem Aufstellungsort der Mini-PV-Anlage. Der Grund: Die Anlagen werden über die Steckdose mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden. Verständlicherweise möchte der Netzbetreiber wissen, wer hier eingebunden ist. Auch bei Störungen ist es damit leichter, die Ursache des Problems zu finden.

Gesetzliche Anmeldepflichten beachten

Für Balkonkraftwerke gilt wie für alle Stromerzeugungsanlagen: Sie müssen beim zuständigen Netzbetreiber angemeldet werden. Außerdem ist eine Registrierung im Marktstammdatenregister balkonkraftwerk der Bundesnetzagentur nötig.
Wichtig: Auch Anlagen, die keinen Strom in das Netz einspeisen, sondern nur so viel produzieren, wie auch selbst verbraucht werden kann, unterliegen der Anmeldepflicht. Diese Anlagen haben sogar einen großen Vorteil, denn sie können betrieben werden, ohne dass die Hauptverteilung umgebaut werden muss.
Inselanlagen sind jedoch von der Anmeldepflicht ausgenommen, sie werden gar nicht mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden. Das heißt, eine Einspeisemöglichkeit liegt hierbei gar nicht vor.

priBalcony Duo (Generation 3)

Ab 775 €

  • Bereit für 800 Watt
  • Einfach einstecken & loslegen
  • Kostenloser Anmeldeservice

Betrieb des Balkonkraftwerks im Gesetz geregelt

Wer an der Energiewende teilnehmen möchte, setzt jetzt auf steckerfertige PV-Anlagen, die auch als Balkonsolar oder als Mini-PV bezeichnet werden. Ihre Wechselrichter haben eine Maximalleistung von 600 Watt und sind entsprechend der Produktnorm DIN VDE V 0126-95 geprüft. Damit unterliegen sie allen Sicherheitsanforderungen, die für den Betrieb einer Anlage, die an das öffentliche Stromnetz angeschlossen ist, gelten. Für den Betrieb gilt allerdings, dass das Balkonkraftwerk dem Gesetz entspricht. Dafür sind folgende Punkte zu beachten:

  • Betrieb nur über spezielle Energiesteckvorrichtungen (Vereinfachungen sind in Planung)
  • Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister
  • Arbeiten an elektrischen Anlagen werden von Fachpersonal ausgeführt

Balkonsolar erlaubt: Geht es auch ohne Genehmigung?

Eine Genehmigungspflicht ist für Anlagen, die maximal 600 Watt Leistung haben, nicht festgelegt worden. Damit hängt eine eventuelle Genehmigung direkt an der Einspeiseleistung. Die Grenze wird als „Bagatellgrenze“ bezeichnet. Diese liegt übrigens nur noch in Deutschland so niedrig, in anderen europäischen Ländern ist sie auf 800 Watt festgelegt. Ab dem 1. Januar 2024 soll die Grenze auch in Deutschland auf 800 Watt festgesetzt werden.
Grundlage für die Veränderung sind die Strategien, die auf dem Photovoltaik-Gipfel durch Robert Habeck vorgestellt worden waren. Es ging dabei unter anderem um die Vereinfachung und eventuelle Aufhebung der Meldepflichten und um die Zulassung von Schuko-Steckern anstelle von bisher vorgeschriebenen Wieland-Steckern. Außerdem sollen vorübergehend rückwärtsdrehende Zähler geduldet werden. Steckersolar soll zudem ins BGB sowie ins WEG aufgenommen werden.
Konventionelle Balkonsolaranlagen sind innerhalb der genannten Leistungsgrenze allerdings auch bisher genehmigungsfrei, sie unterliegen lediglich der Anmeldepflicht.

Ist eine Anmeldung eines Balkonkraftwerks beim Finanzamt notwendig?

Die Meldepflicht einer Photovoltaikanlage beim Finanzamt hängt wesentlich davon ab, ob mit der Anlage Einnahmen generiert werden. Wenn Sie durch Ihre PV-Anlage Einnahmen erzielen, beispielsweise durch eine Einspeisevergütung, müssen diese in der Steuererklärung angegeben und versteuert werden. Eine Unterlassung könnte als Steuerhinterziehung gewertet werden und strafrechtliche Folgen haben.

Jedoch ist bei kleineren Anlagen wie Balkonkraftwerken oft keine Einspeisevergütung involviert, da die durch diese Anlagen erzielbaren Beträge meist sehr gering sind. In solchen Fällen, wo keine Gewinne erwirtschaftet werden, besteht normalerweise keine Notwendigkeit, die Anlage beim Finanzamt anzumelden. Dies gilt insbesondere für Anlagen, die lediglich zur Eigenversorgung mit Strom dienen.

In Bezug auf Einkommens- und Umsatzsteuer gibt es bei PV-Anlagen, die nicht zur Gewinnerzielung eingesetzt werden, ebenfalls keine Meldepflicht beim Finanzamt. Es empfiehlt sich jedoch, bei Unsicherheiten vor der Inbetriebnahme der Anlage beim zuständigen Finanzamt nachzufragen, um individuelle Regelungen und Ausnahmen zu klären.

AlphaESS VitaPower Balkonkraftwerk mit Speicher

Alpha ESS VitaPower All-in-One Balkonkraftwerk Speicher 1,024 kWh

Ab 899,00 €

  • All-in-One Balkonkraftwerk Speicher
  • Ausgestattet mit 2 MPPT
  • Schnelle InGroße Kapazität, erweiterbar auf 6 kWh
  • Kompletter Eigenverbrauch des Stroms möglich

Mögliche Strafen bei Nichtbeachtung der Anmeldepflicht von Balkonsolar

Balkonkraftwerk ohne Anmeldung: Welche Strafen drohen

Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie bietet ein Formular, mit dem sich die Anmeldung der Mini-PV-Anlage leicht vornehmen lässt. Auch die einzelnen Netzbetreiber stellen entsprechende Formulare zur Verfügung. Diese werden zusammen mit der Unbedenklichkeitsbescheinigung, die zum Wechselrichter ausgegeben wird, und der Konformitätserklärung an den Netzbetreiber übermittelt. Wichtig zu wissen. Es drohen Strafen, wenn die Anmeldung nicht vorgenommen wird.

Diese Strafen drohen bei fehlender Anmeldung der Balkonsolaranlage

Als Betreiber der Balkonsolaranlage entsteht durch die Anmeldung beim Netzbetreiber kein direkter Nutzen. Daher stellen sich viele Menschen die Frage, ob diese Meldung denn überhaupt nötig sei. Dabei sollte beachtet werden, dass auch eine Balkonsolaranlage zur Stromversorgung in Deutschland beiträgt und daher rechtlichen Anforderungen genügen muss, die nicht zuletzt die Sicherheit der Bevölkerung zum Ziel haben. Wird ein balkon pv anlage nicht angemeldet, drohen daher Bußgelder, denn die Nichtbeachtung dieser gesetzlichen Vorschrift wird als Ordnungswidrigkeit behandelt. Im schlimmsten Fall kann es sogar sein, dass der Netzbetreiber die Anlage vom Netz nimmt.

Der Paragraf 95 des Energiewirtschaftsgesetzes sieht sogar Geldbußen von bis zu 50.000 Euro vor. Dies gilt übrigens auch für diejenigen, deren Anlage nicht den gesetzlichen Bestimmungen entspricht und beispielsweise eine höhere Leistung aufweist. Auch die Nutzung eines nicht zulässigen Stromzählers kann zur Sperrung der Anlage sowie zu einem Bußgeld führen. Bei nicht angemeldeten Balkonkraftwerken fordern Netzbetreiber häufig eine Nachzahlung von 1 Euro monatlich für jede 100 Watt Modulleistung. Das bedeutet, für ein 400 Watt Balkonkraftwerk, das nicht angemeldet wurde, entstehen Nachzahlungen von 4 Euro pro Monat seit dem Installationszeitpunkt. Diese Kosten können sich, insbesondere bei längerem Betrieb der Anlage, erheblich summieren.

Balkonkraftwerk ohne Anmeldung: Welche Strafen drohen?

Empfehlungen zur Anmeldung der PV-Anlage auf dem Balkon

Damit an alle rechtlichen Vorgaben gedacht wird, sollte zusammen mit der Anmeldung der Mini-Solaranlage bei der Bundesnetzagentur auch die Registrierung beim Netzbetreiber vorgenommen werden. Die beiden Einrichtungen stehen ohnehin miteinander im Austausch und so erfährt die eine von der anderen zwangsläufig etwas über den Betrieb der Anlage. Ehe es zu Unstimmigkeiten oder gar der Androhung von Bußgeldern kommt, sollte daher an die Meldepflichten gedacht werden.
Dennoch muss auch gesagt werden, dass Strafzahlungen zumindest bisher noch nicht bekannt sind, auch wenn sie auf einen Wert festgelegt wurden. Experten gehen ohnehin davon aus, dass ein großer Teil der Anlagen nicht angemeldet ist, Stromnetzbetreiber können derartige Anlagen kaum identifizieren und Nachbarn wissen nicht in jedem Fall, ob eine Anmeldung erfolgt ist oder nicht. Zudem haben nur wenige Netzbetreiber das Bedürfnis, auf den zusätzlich eingespeisten Strom verzichten zu wollen. Das ist natürlich kein Freibrief und wer gesetzeskonform den selbst produzierten Strom nutzen möchte, sollte die nötigen Anmeldungen rechtzeitig vornehmen.

Lassen Sie sich benachrichtigen, wenn wir etwas Neues veröffentlichen!

Ich stimme zu, dass meine personenbezogenen Daten genutzt werden, um werbliche E-Mails zu erhalten, und weiß, dass ich dies jederzeit widerrufen kann.

Weiter lesen

Österreich verabschiedet neues Gesetz zu Balkonkraftwerken

Ab dem 1. September 2024 können andere Mitglieder einer Wohnungseigentümergemeinschaft in Österreich grundsätzlich nicht mehr die Installation von Plug-in-Photovoltaiksystemen auf Balkonen und Terrassen ablehnen....

Balkonkraftwerke: Neue Regeln für Mietwohnungen

Am 4. Juli 2024 hat der Deutsche Bundestag ein wichtiges Gesetz verabschiedet, das den Prozess zur Installation von Balkonkraftwerken für Mieter erheblich vereinfacht. Diese...

Wartung und Pflege von Balkonkraftwerken: Was Sie wissen müssen

Balkonkraftwerke sind eine hervorragende Möglichkeit, umweltfreundlich und kostensparend Strom zu erzeugen. Doch wie bei jeder technischen Installation ist es wichtig, diese regelmäßig zu warten...

Aktivitäten des Waldkindergartens Bad Nauheim

Grüne Feier im Waldkindergarten Bad Nauheim An einem sonnigen Morgen begrüßte der Höhenweg in Bad Nauheim einen besonderen Tag. Die Eröffnungsfeier des neuen Standorts des...

Die Einspeisevergütung bei Balkonkraftwerken

In den letzten Jahren haben sich Balkonkraftwerke als beliebte Option für umweltbewusste Haushalte etabliert. Diese kleinen Solaranlagen ermöglichen es Mietern und Hausbesitzern, ihren eigenen...