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Balkonkraftwerke richtig versichern: Diese Absicherung ist wirklich nötig

Mithilfe von Balkonkraftwerken lässt sich die erneuerbare Energie der Sonne nutzen und damit aktiv etwas für den Klimaschutz tun. Die Investition in eine solche Mini-PV will allerdings gut abgesichert sein. Was ist bei einer Balkonkraftwerk-Versicherung wichtig und gibt es überhaupt separate Versicherungen dafür?

Balkonkraftwerke: Was damit nicht alles passieren kann!

Auch ein Balkonkraftwerk kann nicht ohne jegliche Gefahren betrieben werden. Es ist Umwelt- und Diebstahlrisiken ausgesetzt. Auch weitere Gefahren drohen und die dadurch verursachten Schäden können den sinnvollen Invest schnell wieder unnütz werden lassen. Es ist daher für Besitzer von Mini-Solaranlagen für den Balkon wichtig, sich schon im Vorfeld über mögliche Gefahren sowie über deren Abwendung zu informieren.

Diesen Risiken sind Balkonkraftwerke ausgesetzt

Die Mini-PV wurde sicher und allen Vorgaben entsprechend auf dem Balkon installiert und nun freut sich der Besitzer darauf, endlich günstigen und umweltfreundlichen Strom produzieren zu können. Leider klappt das nicht in jedem Fall, denn ganz risikolos sind Steckersolaranlagen nicht zu betreiben. Die folgenden Gefahren sind dabei zu berücksichtigen:

Technische Ausfälle

Auch ein Balkonkraftwerk ist nur ein technisches Gerät, das einen Ausfall erleiden kann. Einfache technische Probleme bis hin zu kompletten Ausfällen sind möglich. Damit kann es sein, dass nur noch wenig oder sogar gar kein Strom mehr produziert werden kann.

Schäden durch Witterungseinflüsse

Sturm, Hagel oder Schnee können rasch zu Schäden an den Solarpanels führen. Im Sommer droht zudem eine Überhitzung.

Schäden durch Feuer

Auch wenn selten ein solcher Fall eintritt, so sind doch schon Balkonsolaranlagen in Brand geraten. Meist führen technische Defekte, Blitzeinschläge oder Installationsfehler zu einem Brand.

Diebstahl und Vandalismus

Da die Solaranlagen für den Balkon außerhalb des geschützten Bereichs der Wohnung montiert sind, unterliegen sie einem höheren Diebstahlrisiko. Auch Vandalismus kann vorkommen und zu großen Schäden führen.


(Künftige) Eigentümer von Balkonkraftwerken sollten diese Risiken kennen und sich entsprechend dagegen absichern. Nur so werden Kauf und Betrieb der Mini-PV zu einer lohnenswerten Investition.

Der Eigentümer haftet

Schäden, die durch Vorsatz oder Fahrlässigkeit entstehen, unterliegen der Haftungspflicht des Eigentümers bzw. des Betreibers einer Anlage. Bei nicht fachgerechter Montage der Mini-PV und einem durch einen Brand entstandenen Schaden am Gebäude wird zwar die Gebäudeversicherung zuerst in Leistung gehen. Allerdings ist es möglich, dass sie sich die Kosten beim Betreiber der Anlage wieder zurückholt. Fachleute sprechen hier vom „in Regress nehmen“. Ebenso haftet der Eigentümer, wenn beispielsweise herabfallende Teile Schäden verursachen. Wichtig ist daher zumindest eine Haftpflichtversicherung, die derartige Schäden abdeckt. Wichtig ist es auch, schon bei der Installation an die baurechtlichen Vorschriften zu denken. Bebauungspläne, Ortsgestaltungsauflagen sowie ein eventueller Denkmalschutz für das Gebäude müssen berücksichtigt werden.

Alles rund um die Versicherung von Balkonkraftwerken

Werden Balkonkraftwerke fachkundig installiert, ist eine eigene Versicherung nicht nötig, meinen Versicherungsexperten. Meist ist der Betrieb der Anlage schon über andere Versicherungen hinreichend abgesichert. Dies gilt vor allem dann, wenn die Anlage nur eine einzelne Wohnung mit Strom versorgt. Sie wird als zum Hausrat gehörig gesehen und zählt damit in die Hausratversicherung. Wird jedoch ein gesamtes Haus versorgt, greift die Wohngebäudeversicherung. Die Voraussetzung dafür ist, dass die Anlage fest mit dem Gebäude verbunden ist. Steht sie im Garten oder liegt die Verbindung nur über den Stecker vor, der in die am Haus befindliche Steckdose gesteckt wird, greift die Wohngebäudeversicherung nicht. Abgedeckt sind die vereinbarten Gefahren, auch Überspannungsschäden oder Schäden durch Naturgefahren lassen sich hier absichern. Technische Defekte und Ertragsausfälle werden jedoch in keiner der beiden Versicherungen geführt.

Spezielle Balkonkraftwerk-Versicherung abschließen?

Angesichts der eben genannten Punkte stellt sich die Frage: Ist eine separate Balkonkraftwerk-Versicherung wichtig oder nötig? Während Versicherungsexperten auf der einen Seite sagen, dass dies nicht nötig sei, haben sie dennoch eine spezielle Balkonkraftwerk-Versicherung entwickelt, die als „Allgefahrenversicherung“ bezeichnet wird. Hier werden alle unvorhergesehenen Schäden an der Anlage abgesichert:

  • Schäden durch eine fehlerhafte Bedienung
  • Schäden durch den Vorsatz Dritter
  • Schäden durch Ungeschicklichkeit
  • Schäden durch Brand, Sturm, Hagel oder Überspannung
  • Konstruktions- und Materialfehler
  • Ertragseinbußen nach einem Schaden

Unterschieden wird seitens der Versicherung danach, ob es sich um netzgekoppelte Anlagen handelt oder um solche, die lediglich für die Eigenversorgung mit Strom wichtig sind. Nicht versichert wird ein Haftpflichtrisiko, das sich durch den Betrieb der Mini-PV ergibt sowie durch die Einspeisung des Stroms in das öffentliche Netz. Dieses Risiko ist in der Regel durch die private Haftpflichtversicherung gedeckt.

Die Grundlage der Photovoltaik-Versicherung ist eine Elektronikversicherung. Sie wird mit besonderen Bedingungen, Zusatzvereinbarungen und individuellen Klauseln auf die Anforderungen des Betriebs einer PV-Anlage angepasst und beinhalten die bereits angesprochene Allgefahrendeckung. Der Versicherungsschutz ist umfassender als bei einer Wohngebäudeversicherung, zumal ein Zusatzschutz gegen Bedienungsfehler, Kurzschluss, Frost und Marderbiss sowie Diebstahl der Solarmodule vereinbart werden kann. Wer sich für eine solche Versicherung interessiert, sollte unbedingt die Ausschlüsse berücksichtigen, die (meist im Kleingedruckten) festgehalten werden.

Weitere Versicherungsmöglichkeiten für das Balkonkraftwerk

Ob eine Balkonkraftwerk-Versicherung wichtig oder nötig ist, muss jeder individuell entscheiden. Im Schadensfall ist es aber immer gut, eine solche Versicherung zu haben! Wer einen besonders umfassenden Schutz wünscht, kann auch die folgenden Versicherungsvarianten wählen:

Montageversicherung

Unvorhergesehene Ereignisse und Zerstörung können nicht erst beim Betrieb der Mini-PV-Anlage auftreten, sondern schon vorher. Dann müssen beschädigte und fehlerhafte Teile schon in der Zeit der Montage beschafft werden, was verhindert, dass die Anlage rechtzeitig fertiggestellt wird. Die Montageversicherung kann durch Installations- und Elektrobetriebe abgeschlossen werden, auch speziell ausgebildete Solarmonteure nutzen häufig eine „umsatzbasierte Montageversicherung“. Für Privatpersonen mit einem kleinen Balkonkraftwerk ist die Absicherung nicht nötig, wer jedoch mehrere Anlagen betreiben möchte, sollte eventuell darüber nachdenken.

Ertragsausfallversicherung

Eine netzgekoppelte Photovoltaikanlage kann aus verschiedenen Gründen für eine bestimmte Zeit keine Erträge liefern? Dann ist auch nicht mit Einnahmen aus der Einspeisevergütung zu rechnen. Eine Ertragsausfallversicherung kann sinnvoll sein. Sie zahlt die vereinbarte Ausfallentschädigung, die sich nach der Leistung der Anlage sowie nach der Jahreszeit richtet oder als pauschale Summe festgelegt worden ist. Eine Allgefahrenversicherung schließt die Ertragsausfallversicherung meist schon mit ein. Eine verwandte Art ist die Minderertragsversicherung, die dann zum Einsatz kommt, wenn die Anlage weniger Strom liefert als kalkuliert.

Installation von Balkonanlage
(Quelle: Pixabay / Como una Reina)

Fazit: Ist eine Balkonkraftwerk-Versicherung wichtig?

Das Leben ist und bleibt gefährlich und niemand kann sich gegen jedes Risiko absichern. Das gilt auch beim Betrieb einer Balkon-PV-Anlage. Im Gegensatz zu einer großen Photovoltaik-Anlage auf dem Dach ist die Investition bei der Balkonsolaranlage überschaubar. Im Ernstfall wäre ein Defekt oder eine Zerstörung zwar ärgerlich, jedoch nicht im gleichen Maße finanziell belastet. Die Prämien für die Allgefahrenversicherung hingegen summieren sich rasch. Die Entscheidung über die Notwendigkeit einer Balkonkraftwerk-Versicherung sollte daher unter Abwägung verschiedener Punkte getroffen werden. Unter anderem ist dabei wichtig, ob die Anlage gesichert oder frei zugänglich ist, ob sie auf fremdem Eigentum installiert wurde und wie die Finanzierung aussah. Eine kreditfinanzierte Anschaffung sollte in jedem Fall besser abgesichert sein als ein Kauf, der praktisch „nebenbei aus der Haushaltskasse“ finanziert werden konnte. Immerhin verlängern die Versicherungskosten die Amortisationszeit der Anlage. Außerdem sollte vorab geklärt werden, ob bereits vorhandene Versicherungen die üblichen Schäden bereits abdecken.

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