Vereinfachte Regeln für Balkonkraftwerke ab 2024

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Direkt nach Ende der Sommerpause ging es im Kabinett der Bundesregierung um den Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Ab 2024 soll die Stromgewinnung leichter werden. Weniger Bürokratie, eine höhere Stromproduktion und mehr Geld sparen, das sind die Eckdaten zur Diskussion, die im Herbst endgültig entschieden werden soll.

Solarpaket-Kabinett setzt auf Tempo

Die Nachfrage boomt und doch geht es der Bundesregierung nicht schnell genug: Mit dem „Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und weiterer energiewirtschaftsrechtlicher Vorschriften zur Steigerung des Ausbaus photovoltaischer Energieerzeugung“ soll die Montage von Steckersolargeräten erleichtert werden. Entscheidungen dazu sollten eigentlich schon vor der Sommerpause des Kabinetts kommen, doch die Abstimmung verzögerte sich. Jetzt liegt seit dem 16. August 2023 ein 140-seitiger Entwurf der Bundesregierung vor, der unter anderem weniger Bürokratie zur Installation von Balkonkraftwerken vorsieht.

Wirtschaftsminister Habeck sprach von einer Verdreifachung des Tempos und von einem jährlichen Zubau von 22 Gigawatt, was mit Verbesserungen im Bereich der Photovoltaik möglich sein soll. Neue Regelungen, die auch für den Zubau auf Freiflächen sowie auf Dächern gelten, sollen bis 2026 die gewünschten Ziele erreichbar werden lassen. Staatssekretär Giegold sprach von „Entbürokratisierungen“ und stellt zahlreiche Vereinfachungen für Bürger, Unternehmen, Kommunen und Landwirte in Aussicht. Damit sollen zudem Kosten gespart werden, er sprach von 18,5 Millionen Euro an Bürokratiekosten, die wegfallen sollen.
Voraussichtlich bis Ende September 2023 soll nun der Anspruch auf Installation eines Steckersolargeräts auch für Mieter und Eigentümer vom Solarpaket-Kabinett beschlossen werden. Der Bundestag muss den aktuell vorliegenden Entwürfen noch zustimmen.

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Neue Regelungen zu Balkonkraftwerken im Überblick

Die Ende Juni von Habecks Ressort vorgelegten Vorschläge, die nun diskutiert wurden, sehen zahlreiche Vereinfachungen vor. Hier ein Überblick zu den wichtigsten Themen:

  • Vereinfachte Anmeldung von Balkonkraftwerken

Vorgesehen ist, dass Steckersolargeräte nicht mehr beim Netzbetreiber angemeldet werden müssen. Sie wären demnach nur noch gegenüber der Bundesnetzagentur im Markstammdatenregister anzeigepflichtig. Weitere Registrierungen wären nicht nötig.

  • Die Nutzungsmöglichkeiten von Balkonkraftwerken haben sich erweitert

Moderne Wechselrichter ermöglichen nun den Anschluss von Solarzellen mit einer Gesamtleistung von bis zu 2.000 Watt, wobei die Ausgangsleistung des Wechselrichters auf 800 Watt limitiert bleibt. In der Vergangenheit zeigten sich einige Netzbetreiber bei der Genehmigung solcher Anlagen zurückhaltend, auch wenn die Leistung der Wechselrichter bereits begrenzt war. Diese Entwicklung eröffnet neue Möglichkeiten für die Leistungsfähigkeit von Balkon-Solaranlagen.

  • Vorübergehende Zulassung von rückwärtsdrehenden Zählern

Für einen Zeitraum von vier Monaten sollen rückwärts drehende Zähler erlaubt sein. Die zeitlich beschränkte Nutzung der elektromechanischen Ferrariszähler würde sich direkt auf die Stromrechnung auswirken. Diese wird um den jeweils selbst erzeugten Betrag reduziert. Messstellenbetreiber haben umgekehrt die Möglichkeit, den Zählertausch zu bündeln und damit kostengünstiger werden zu lassen. Werden mehrere Anlagen installiert, soll diese Sonderregelung aber nicht gelten. Innerhalb der vier Monate hat der Netzbetreiber Zeit, um die Zählstelle mit einem Zweirichtungszähler oder einem intelligenten Messsystem auszustatten, eine gesonderte Beauftragung durch den Anschlussnehmer soll dafür nicht erforderlich sein.

  • Die Leistungsgrenze für Wechselrichter bei Balkonkraftwerken wird erhöht

Zukünftig ist es möglich, bis zu 800 Watt anstatt der bisherigen 600 Watt ins Hausnetz einzuspeisen. Diese Änderung bringt insbesondere Vorteile für Nutzer, die ihren selbst erzeugten Strom kostenfrei ins Netz abgeben. Gemäß der neuen Regelungen profitieren nur diejenigen von diesen Erleichterungen, die ihren Strom unentgeltlich ins Netz einspeisen. Für eine Einspeisung gegen Vergütung gelten weiterhin die regulären Bestimmungen, wie sie für herkömmliche Photovoltaikanlagen üblich sind. Der vorgesehene Paragraf 5a bezieht sich auf Anlagen mit einer möglichen Leistung von bis zu zwei Kilowatt und einem Wechselrichter mit einer maximalen Leistung von 800 Voltampere, die für die unentgeltliche Einspeisung vorgesehen sind. Wer eine Vergütung für den eingespeisten Strom anstrebt, muss seine Anlage regulär anmelden.

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Keine Klärung der Steckerfrage erreicht

Der VDE hatte vorgeschlagen, statt der bisher vorgeschriebenen Wieland-Stecker auch konventionelle Schuko-Stecker zum Anschluss der Balkonkraftwerke zuzulassen. Diesbezüglich regelt der Gesetzesentwurf nichts Näheres. Das Ministerium verweist auf die Zuständigkeit der Deutschen Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik und des Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik. Bis zur endgültigen Klärung der Frage muss auch der Eklat um die fehlenden Wechselrichter-Relais aufgeklärt werden.

Schuko Stecker oder Wieland Stecker
Schuko Stecker oder Wieland Stecker (Quelle: solago)

Erleichterungen auch für Mieter geplant

Das Motto lautet: Einfacher Solarstrom für alle! Die sogenannte „Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung“ soll es möglich machen, dass Solarstrom von den Dächern der Mehrfamilienhäuser an die Mieter des Hauses weitergegeben wird. Eine Einspeisung in das öffentliche Stromnetz soll dabei nicht nötig sein. Die genauen Regelungen zur Abrechnung sowie zur Vorgehensweise bei Versorgungsunterbrechungen liegen bereits vor. Unter anderem sollen Mieter künftig einen günstigen Ergänzungstarif für den Strombedarf, der nicht über den günstigen Dachstrom abgedeckt werden kann, erhalten. Gefördert werden soll überdies der sogenannte Mieterstrom auf gewerblich genutzten Gebäuden und Nebenanlagen. Hier sollen auch mehrere Anlagen zusammengefasst werden können.

Mit dem Kauf einer Mini PV Anlage noch warten?

Wer noch keine Mini-PV hat, sollte mit dem Kauf eines Balkonkraftwerkes noch warten. Anfang 2024 werden voraussichtlich neue Sets, die die erlaubten balkonkraftwerk 800 Watt wechselrichter sowie die dann möglichen 2.000 Watt Modulleistung voll ausschöpfen können. Dies würde vor allem in Herbst und Winter für mehr selbst produzierten Strom sorgen. Aktuell lohnen sich daher vor allem Mini-PV-Anlagen, die erweiterungsfähig sind. Einige dieser Modelle sind bereits auf dem Markt zu finden. Auch die geplante kurzzeitige Erlaubnis von rückwärts drehenden Zählern ist ein Grund für die Empfehlung von Verbraucherschützern, mit der Anschaffung des eigenen Balkonkraftwerkes noch bis 2024 zu warten.

Argumente für den sofortigen Kauf:

Mit der Anschaffung eines Balkonkraftwerks noch in diesem Jahr könnten Sie die verbleibenden sonnenreichen Tage des Jahres effektiv nutzen.

Die bevorstehende Einführung von 800-Watt-Wechselrichtern muss nicht unbedingt abgewartet werden. Ein 600-Watt-Wechselrichter, der durch ein Software-Update auf 800 Watt aufgerüstet werden kann, wäre eine praktische Zwischenlösung und vermeidet zusätzliche Ausgaben in 2024.

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