Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (Fraunhofer ISE) hat die dritte Ausgabe seiner Kurzstudie zur Ausweitung von Photovoltaik- und Batteriespeichersystemen in Deutschland veröffentlicht. Die Studie zeigt, dass die Verbreitung von Balkon- und Mini-Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von bis zu 2 kWp sowie von Batteriespeichern in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Die Kurzstudie basiert auf dem Marktstammdatenregister (MaStR), in das seit Januar 2019 alle an das öffentliche Netz angeschlossenen Stromerzeugungsanlagen eingetragen werden müssen.
Schnelles Wachstum der Photovoltaikanlagen
Bis Ende 2023 waren in Deutschland etwa 3,7 Millionen Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtkapazität von über 82 Gigawatt (GW) in Betrieb. Allein im Jahr 2023 wurden über 1 Million neue Systeme erstmals installiert, darunter mehr als 293.000 Balkon- und Kleinphotovoltaikanlagen (Leistung bis zu 2 kWp). Diese Anlagen sind besonders stark gewachsen: Ihr Anteil an den neuen Installationen stieg von 2 % im Jahr 2019 auf 29 % im Jahr 2023.
Tobias Reuther, einer der Autoren der dritten Ausgabe der Kurzstudie des Fraunhofer ISE, erklärt: „Balkon-Photovoltaikanlagen sind einfach zu installieren und ermöglichen es auch Mieterinnen und Mietern, sich aktiv an der Energiewende zu beteiligen. Der Trend ist mittlerweile so stark, dass er sich beim Leistungszubau der Photovoltaik bemerkbar macht, auch wenn weiterhin die größeren Anlagenklassen für den Solarausbau in Deutschland entscheidend bleiben.“


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Veränderungen bei Gebäude PV-Anlagen
Bei den gebäudeintegrierten Photovoltaikanlagen dominierten von 2001 bis 2023 Systeme mit einer Leistung von 2 bis 10 kWp den Zubau, mit einem durchschnittlichen Anteil von 64 %. Der Anteil von Systemen mit einer Leistung von 10 bis 20 kWp hat sich in diesem Zeitraum jedoch deutlich erhöht: von 3 % im Jahr 2020 auf 22 % im Jahr 2023. Ihr Anteil entspricht nun dem der Systeme mit 2 bis 10 kWp Leistung.
Schwankungen bei Freiflächen-Photovoltaikanlagen
Seit 2020 hat die Bedeutung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen beim Zubau zugenommen. Im Jahr 2022 machten sie 40 % des Zubaus aus. Dieser Trend setzte sich 2023 jedoch nicht fort, als ihr Anteil nur 29 % betrug. Insgesamt erreichte der Zubau im Jahr 2023 14,5 GW, was fast dem Doppelten der stärksten Zubaujahre 2010 und 2011 sowie dem Jahr 2022 entspricht. Das Regierungsziel von 9 GW für 2023 wurde bereits im August 2023 erreicht.
Rasanter Anstieg des Batteriespeichermarktes
Die Zahl der jährlich installierten Batteriespeicher in Deutschland ist in den letzten Jahren schnell gestiegen. Bis Ende 2023 waren in Deutschland über 1,1 Millionen Batteriespeicher installiert, davon fast 50 % allein im Jahr 2023. Haushaltsnahe Speichersysteme (Kapazität bis zu 30 kWh) dominieren den Markt mit einem Anteil von etwa 83 % der Gesamtkapazität. Diese Speicher werden oft in Kombination mit Photovoltaikanlagen verwendet, während große Speichersysteme (Kapazität über 1000 kWh) 13 % der Gesamtkapazität ausmachen.
Zusammenfassung
Die Kurzstudie des Fraunhofer ISE analysiert detailliert die Entwicklung der Photovoltaikanlagen von 2000 bis 2023, einschließlich der Veränderungen in der Anzahl der Systeme und der installierten Kapazität. Diese Daten sind nach Systemkategorien, Bundesländern, Ausrichtungen und Neigungswinkeln der PV-Module klassifiziert. Die Bewertung der Batteriespeicher erfolgt nach Kapazitätskategorien. Diese Daten zeigen deutliche Fortschritte Deutschlands bei der Ausweitung von Photovoltaik- und Batteriespeichersystemen.
Insgesamt zeigt sich, dass der deutsche Markt für Photovoltaik und Batteriespeicher unter dem Einfluss von politischer Unterstützung und technischen Fortschritten ein rasantes Wachstum verzeichnet. Dieser Trend dürfte sich auch in Zukunft fortsetzen und wichtige Unterstützung für die Erreichung der Energieziele bieten.
- Zum Download der Studie geht es hier.

