Neues Gesetz ab 2024: Neue Wärmepumpen und Wallboxen können bald gedrosselt werden

Ab Januar 2024 gilt eine neue gesetzliche Regelung: Wenn vor Ort das Risiko einer Überlastung der Leitungen besteht, dürfen die Verteilnetzbetreiber den Stromverbrauch von neuen Wärmepumpen und Elektroautos bei Überlastung reduzieren. Im Gegenzug erhalten Verbraucher Rabatte.

Neue Wärmepumpen und Wallboxen können bald gedrosselt werden
Bild: bundesnetzagentur.de

Wenn Millionen Elektroautos laden und elektrische Wärmepumpen laufen, kann dies zu einem Problem für die Verteilnetze werden, insbesondere für die Niederspannungsleitungen in den letzten Kilometern bis zu den Häusern. Wie kann das lokale Netz vor Überlastungen geschützt werden? Die Bundesnetzagentur verkündete am Montag (27. November) in Bonn: “Dabei muss eine Mindestleistung immer zur Verfügung stehen, sodass Wärmepumpen betrieben und Elektroautos weiter geladen werden können” Dies ist durch den neuen § 14a des Energiewirtschaftsgesetzes festgelegt. Die Stromversorgung von Wärmepumpen und Elektroautos könnte in Zukunft eingeschränkt sein, aber nicht abgeschaltet werden, und es wird den Benutzern nicht untersagt, neue Systeme zu installieren.

Netzbetreiber dürfen drosseln – Haushaltsstrom nicht betroffen

Die Behörde betont, dass der normale Haushaltsstromverbrauch nicht betroffen ist. In Überlastphasen können die Verteilnetzbetreiber den Energieverbrauch auf maximal 4,2 Kilowatt reduzieren. Eine “vollständige Abschaltung” ist nicht mehr erlaubt. Zum Vergleich: Die Betriebsleistung der meisten Wallboxen und Wärmepumpen beträgt 11 Kilowatt, einige sogar 22 Kilowatt. “Das bedeutet, dass Wärmepumpen weiterlaufen können und Elektroautos in der Regel innerhalb von zwei Stunden 50 Kilometer laden können.”

Verbraucher darf eigenständig koordinieren

Die Verbraucher können wählen, ob die Netzbetreiber die einzelnen Systeme direkt steuern oder ob für mehrere Systeme ein Maximalleistungswert festgelegt wird, der in Notfällen insgesamt nicht überschritten wird. In diesem Fall koordinieren die Verbraucher unabhängig voneinander den Energieverbrauch mehrerer steuerbarer Verbrauchseinrichtungen über ein Energiemanagementsystem. Dazu gehört auch die eigene Erzeugung von Elektrizität, beispielsweise wenn die Ladestation für das Elektroauto aus der eigenen Photovoltaikanlage stammt, die für den Eigenverbrauch genutzt wird.

Als Gegenleistung erhalten Haushalte mit steuerbaren Geräten Rabatte, und die Betreiber steuerbarer Verbrauchseinrichtungen müssen die Netzkosten reduzieren. Die Rabatte umfassen eine 60% ige Reduzierung des jährlichen einheitlichen Tarifs oder des Arbeitspreises für Netzkosten des entsprechenden Geräts. Die technischen Anforderungen sind, dass steuerbare Verbrauchseinrichtungen einen separaten Messpunkt haben. Je nach Netzgebiet kann der jährliche Festbetrag-Rabatt zwischen 110 und 190 Euro (Gesamtbetrag) liegen. In der Erklärung heißt es: “Die Bundesnetzagentur hat die Handlungsoptionen der Verbraucher bei dieser Entscheidung erweitert.”

Ab 2025 können diejenigen, die sich für den einheitlichen Tarif entscheiden, auch wählen, die Netzgebühren zu unterschiedlichen Zeiten am Tag zu entzerren. Auf diese Weise können Verbraucher weniger Netzgebühren zahlen, wenn sie Strom bei geringer Netzbelastung kaufen. Netzbetreiber dürfen sich auch nicht mehr mit der Begründung, dass Engpässe auftreten könnten, weigern, steuerbare Verbrauchseinrichtungen anzuschließen.

Neue Strom-Regelungen treten ab Januar 2024 in Kraft

Ab Januar wird das neue Gesetz umgesetzt, wobei die einzige Ausnahme für Notfalleinrichtungen wie Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr oder Rettungsdienste gilt. Für bestehende Systeme, die bereits eine Steuerungsvereinbarung mit den Netzbetreibern haben, gibt es eine langfristige Übergangsregelung. Bestehende Systeme ohne solche Vereinbarungen werden dauerhaft ausgeschlossen, können jedoch freiwillig teilnehmen. Nachtspeicherheizungen sollten nicht dauerhaft von den neuen Regelungen betroffen sein.

Die Bundesnetzagentur geht davon aus, dass nur in besonderen Fällen eine Intervention der Netzbetreiber erforderlich ist und dies keine spürbaren Einbußen beim Komfort mit sich bringt. “Eine vollständige Abschaltung steuerbarer Verbrauchseinrichtungen ist nicht mehr zulässig”, wird betont. Die Netzbetreiber müssen solche Steuermaßnahmen auch auf öffentlichen Internetplattformen veröffentlichen. Dadurch wird die Öffentlichkeit darüber informiert, wann und wo Engpässe auftreten können und wo die Netzbetreiber ihre Netzwerke verbessern müssen.

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