Solaranlage mieten: Lohnt sich das Modell?

Solarstrom aus einer eigenen Solaranlage ist umweltfreundlich und unabhängig von den Preisen auf dem Energiemarkt. Der Kauf einer Solaranlage ist jedoch mit hohen Ausgaben verbunden. Deshalb fragen sich immer mehr Verbraucher: Solaranlage mieten: Lohnt sich das Modell? Dieser Artikel benennt die Vor- und Nachteile beim Mieten oder Kaufen einer Solaranlage.

Welche Vorteile bietet Solarstrom?

Im Zuge der Überlegung eine Solaranlage zu mieten, spielen die Vorteile von Solarstrom aus einer am eigenen Zuhause angebrachten Solaranlage eine wichtige Rolle. Wer hierbei nur die Stromkosten im Blick hat, der vernachlässigt weitere wichtige Vorteile von Solarstrom.

Niedrigere Stromkosten durch Solaranlage

Während für Strom von Energieversorgen Kosten von mehr als 40 Cent pro Kilowattstunde anfallen können, lässt sich Solarstrom für einen Preis von etwa zehn Cent pro Kilowattstunde erzeugen. Erzeugter Solarstrom, der nicht selbst verbraucht wird, kann für einen Preis zwischen 7,1 und 8,2 Cent pro kWh eingespeist werden.

Solaranlagen bringen Unabhängigkeit von steigenden Strompreisen

In den letzten Jahren haben viele Verbraucher mit Sorge die drastisch steigenden Strompreise wahrgenommen. Wer seinen Strom hingegen selbst erzeugt, ist von diesen Preisentwicklungen auf dem Strommarkt unabhängig.

Strom aus Solaranlagen ist umweltfreundlich

Für die Gewinnung von Strom nutzt eine Solaranlage die Energie des Sonnenlichts, was besonders umweltfreundlich ist und keine Emissionen verursacht. Lediglich während der Herstellung der Solaranlage wird CO2 freigesetzt.

Solaranlagen mit einer Betriebsdauer von 30 bis 40 Jahren

Eine einmal auf dem Dach montierte Solaranlage kann für eine Dauer von 30 bis 40 Jahren zur Stromgewinnung genutzt werden.

Ab 2024 wird es rechtliche Änderungen geben

Obwohl Vermieter grundsätzlich die Installation nicht verbieten können, können sie Einwände erheben, wenn sich die Struktur ändert, usw. Die deutsche Regierung plant jedoch, ab 2024 Balkonkraftwerke in das Privilegienverzeichnis des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG) und des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) aufzunehmen. Dies wird unter anderem die Ablehnungsbedingungen der Eigentümer erheblich beeinflussen. Weitere Informationen finden Sie unter Kann der Vermieter das Aufstellen einer Balkonkraftwerk verbieten?

solarkraftwerk auf dem balkon
solarkraftwerk auf dem balkon (Bild: istockphoto)

Solaranlage mieten: Warum lohnt sich das?

Anders als kleine Stecker-Solaranlagen sind großflächige PV-Anlagen zur Montage auf dem Hausdach und mit mehreren Kilowatt Leistung mit einer hohen Anschaffungsinvestition verbunden. Sie kann sich je nach konkreter Planung und räumlichen Gegebenheiten schnell auf 10.000 bis 20.000 Euro belaufen. Für interessierte Hausbesitzer ohne die finanziellen Mittel zum Kauf einer solchen Solaranlage werden inzwischen Alternativen zum Kauf angeboten. Hierzu gehört das Anmieten einer Solaranlage. Diese bleibt während der gesamten Mietdauer im Besitz des Miet-Anbieters. Die Mieter entrichten für die Nutzung der Anlage meistens monatlich einen Mietpreis an den Anbieter.

Mit Blick auf die Nutzung zeigen sich zwischen Kauf und Miete einer Solaranlage keine gravierenden Unterschiede. Aus dem Licht der Sonne wird über die Solarmodule Strom erzeugt, welcher im Anschluss für den Betrieb elektrischer Geräte und Anlagen im Haus genutzt werden kann. Überschüssiger Solarstrom kann gegen eine Einspeisevergütung in das öffentliche Netz eingespeist werden, was eine kleine Einnahmequelle darstellt. Da die Einnahmen jedoch eher gering ausfallen, sollte eine Solaranlage vor allem für die Deckung des Eigenbedarfs geplant werden.

Anschaffungskosten beim Kauf einer Solaranlage

Deutschland gehört zu den führenden Nationen im Hinblick auf die Nutzung von Solarenergie. Mitte 2023 sind im gesamten Bundesgebiet rund 2,6 Millionen PV-Anlagen installiert. Grund hierfür sind auch die beachtlichen Subventionen, welche Bund und Länder Privatpersonen zur Verfügung gestellt haben. Allerdings wurde das Subventionsprogramm für Solaranlagen in den letzten Jahren schrittweise reduziert.

Genau das ist für viele Verbraucher Anlass, sich genau mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis von PV-Anlagen zu befassen und verschiedene Angebote zu vergleichen. Wer eine Solaranlage kaufen möchte, der muss mit einer Anfangsinvestition von mindestens rund 10.000 Euro rechnen. Abhängig von der Größe, technischem Stand und Montage kann diese Investition auch schnell auf bis zu 20.000 Euro steigen. Dieser Preis setzt sich aus 80 Prozent Materialkosten für Solarmoudule, Verkabelung, Halterungen und Wechselrichter sowie 20 Prozent Montagekosten durch einen Handwerksbetrieb zusammen.

balkonkraftwerk kostet
balkonkraftwerk kostet © Stefan Sauer/dpa & imagebroker/Imago

Kauf einer eigenen Solaranlage: Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Stromerzeugung für den Eigenbedarf unabhängig möglich
  • Reduzierung der monatlichen Stromkosten
  • Solaranlage als Wertsteigerung des Eigenheims
  • Verwendung umweltfreundlicher, nachhaltiger Energie
  • Komponentenauswahl nach eigenen Wünschen
  • spätere Nachrüstung beispielsweise einer Wallbox möglich

Nachteile

  • hohe Anfangsinvestition erforderlich
  • Kosten durch anfallende Wartungen und Reparaturen
  • bestehende Meldepflichten für Solaranlagen
  • nach mehrjähriger Nutzung kann Leistungsverlust auftreten
  • lange Amortisation

Solaranlage mieten: die Vorteile und Nachteile

Beim Mieten einer Solaranlage liegt der größte Vorteil darin, dass Kunden keine hohe Anfangsinvestition tätigen müssen. Auch die Kosten für Wartung und notwendige Reparaturen werden in einigen Fällen vom Vermieter getragen. Gleichzeitig kümmert sich der Miet-Anbieter um die Planung und Organisation der Anlage, schließt notwendige Versicherungen ab und erhält dafür einen monatlichen Mietpreis.

Vorteile

  • Wegfall der Anschaffungskosten
  • Stromerzeugung für den Eigenbedarf ist unabhängig vom Strommarkt
  • attraktives Gesamtpaket mit Montage, Wartung und Versicherung buchbar
  • umweltfreundliche Stromgewinnung
  • Vermieter übernimmt die Anmeldung bei der Bundesnetzagentur

Nachteile

  • langfristig höhere Kosten beim Mieten als beim Kauf
  • Anlage bleibt im Besitz des Vermieters
  • Laufzeiten beim Mieten liegen oft zwischen 15 und 25 Jahren
  • beim Verkauf von Solarstrom anfallende Steuern
  • keine Förderung der Solaranlagen miete durch Bund und Länder

Mietverträge für Solaranlagen haben üblicherweise eine sehr lange Laufzeit und sollten daher vor der Vertragsunterzeichnung gründlich geprüft werden. Sinnvoll ist immer ein Vergleich mehrerer Anbieter. Interessant ist beispielsweise, ob Wartungen vom Vermieter als kostenloser Service angeboten werden und wer die Kosten im Reparaturfall tragen muss. Außerdem sind die notwendigen Versicherungen nicht bei jedem Miet-Anbieter enthalten.

Angebote für die Pacht einer Solaranlage unterscheiden sich lediglich bei den Möglichkeiten zur Geldeinnahme durch das Einspeisen des Stroms von Mietangeboten. Häufig werden die beiden Begriffe Miete und Pacht im Zusammenhang mit Solaranlagen daher synonym genutzt.

7 Schritte zum Mieten einer Solaranlage laut solar-ratgeber

1. online die Eckdaten des Hauses eingeben: Dachform, Ausrichtung des Dachs, Personenzahl, Stromverbrauch und ähnliches
2. persönliche Beratung per Telefon oder direkt vor Ort
3. Planung der Anlage mit einem Experten
4. Angebote mehrerer Fachbetriebe einholen, prüfen, vergleichen und eine Entscheidung treffen
5. Montage der neuen Solaranlage durch den beauftragten Fachbetrieb
6. Termin mit lokalem Netzbetreiber zum Zählerwechsel
7. Inbetriebnahme der Solaranlage

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