Was genau bringt dir ein Balkonkraftwerk?

In der heutigen Zeit wird immer mehr über umweltfreundliche Energiequellen gesprochen, und eines der aufstrebenden Konzepte ist das Balkonkraftwerk. Aber was genau bringt dir ein Balkonkraftwerk? In diesem Artikel werden wir einen genaueren Blick auf diese Frage werfen und die Vorteile eines Balkonkraftwerks beleuchten.

Was ist ein Balkonkraftwerk?

Bevor wir uns den Vorteilen zuwenden, werfen wir einen Blick auf die Grundlagen. Ein Balkonkraftwerk ist im Wesentlichen eine Mini photovoltaikanlage, die du auf deinem Balkon oder deiner Terrasse installieren kannst. Es besteht aus Solarmodulen, die Sonnenlicht in Strom umwandeln, und einem Wechselrichter, der den erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt, den du in deinem Haushalt nutzen kannst. Der Aufbau ist einfach, erfordert kein Fachpersonal und keine langwierigen Genehmigungsverfahren. Mehr dazu

Umweltfreundlich und nachhaltig

Die wohl wichtigste Frage ist, ob Balkonkraftwerke gut für die Umwelt sind. Die Antwort lautet: Ja, definitiv. Diese Anlagen produzieren nach kurzer Zeit mehr Energie, als sie für Herstellung, Transport und Entsorgung verbrauchen. In Deutschland erzeugen viele Solarpanels bereits nach einem Jahr mehr Energie, als sie insgesamt kosten. Dies widerlegt die Behauptung, dass Solarpanels mehr Energie verbrauchen, als sie erzeugen.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass einige Solarpanels giftige Stoffe wie Blei oder Cadmium enthalten. Dennoch ist dies bei vielen anderen industriellen Produkten ebenfalls der Fall. Die richtige Entsorgung von Solarpanels ist entscheidend, um Umweltgefahren zu verhindern.

In verschiedenen deutschen Bundesländern wie Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Sachsen sowie in vielen Städten und Gemeinden wird finanzielle Unterstützung für Mieterinnen und Mieter angeboten, die Mini-Solaranlagen erwerben und installieren möchten. Die Höhe dieser Förderungen variiert je nach Wohnort und der Leistung der Anlage und kann zwischen 50 und 500 Euro liegen. In einigen Fällen ist es erforderlich, diese Zuschüsse vor dem Kauf der Anlage zu beantragen, während es in anderen Fällen auch nachträglich möglich ist.

Zusätzlich dazu wurde seit dem 1. Januar 2023 die Mehrwertsteuer für Mini-Solaranlagen abgeschafft. Das bedeutet, dass Privatpersonen bei der Anschaffung von solchen Anlagen von einer Ersparnis von 19 Prozent profitieren können.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass es bei Balkonkraftwerken derzeit nur bei manchen Netzbetreiber Einspeisevergütung für den nicht genutzten Solarstrom gibt, der ins öffentliche Netz eingespeist wird.

Teilweise Unabhängigkeit von Stromversorgern

Mit einem Balkonkraftwerk kannst du dich nicht vollständig autark mit Strom versorgen, aber es kann dazu beitragen, deine Stromkosten zu senken. In besten Fällen kann es genug Energie für wichtige Haushaltsgeräte wie Kühlschränke und Waschmaschinen liefern und dir eine jährliche Ersparnis von rund 60 bis 140 Euro bringen. Die genaue Ersparnis hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Anzahl der Solarpanels und die Sonnenscheindauer an deinem Standort.

1Tipps:

Die Bundesnetzagentur warnt derzeit vor minderwertigen Solarwechselrichtern, die für Mini-Solaranlagen sowohl im stationären Handel als auch im Onlinehandel erhältlich sind. Einige dieser Wechselrichter überschreiten während des Betriebs gesetzlich festgelegte Grenzwerte in Bezug auf elektromagnetische Verträglichkeit. Zudem entspricht die Bauweise einiger dieser Wechselrichter nicht den europäischen Normen und Sicherheitsstandards. Ein Beispiel hierfür ist der chinesische Hersteller Deye, der keine Notausschalter für Netz- und Anlagenschutz in seinen Produkten integriert.
Vor dem Kauf einer Mini-Solaranlage sollte darauf geachtet werden, dass die Wechselrichter über ein CE-Kennzeichen verfügen und eine deutsche Bedienungsanleitung mitgeliefert wird. Außerdem sollte der Steckertyp des Wechselrichters für den Einsatz in Deutschland geeignet sein. Die Bundesnetzagentur empfiehlt, sich im Voraus bei vertrauenswürdigen Quellen über den Anbieter zu informieren, beispielsweise bei Verbraucherzentralen und der Stiftung Warentest.

Vorschriften

Es gibt bestimmte Vorschriften und Regelungen, die beim Betrieb von Balkonkraftwerken beachtet werden müssen. Die Bundesregierung plant ein Solarpaket, um die Anmeldung und den Betrieb von Balkonkraftwerken in Zukunft einfacher zu gestalten. Aktuell gibt es recht viel Bürokratie: Personen, die eine Mini-Solaranlage installieren möchten, müssen sie beim Netzbetreiber und der Bundesnetzagentur anmelden. Zudem benötigen sie einen analogen Stromzähler mit Rücklaufsperre oder ein intelligentes Messsystem (Smart Meter).

Ab dem Jahr 2024 sollen diese Anforderungen jedoch vereinfacht werden. Es wird erwartet, dass nur noch wenige Angaben im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur erforderlich sein werden. Außerdem werden vorübergehend ältere Ferraris-Zähler akzeptiert, die den Strom rückwärtslaufen lassen können, wenn Solarstrom ins Netz eingespeist wird. Dies gilt solange, bis der Netzbetreiber diese gegen einen digitalen Zweirichtungszähler oder einen Smart Meter austauscht.

Zukünftig sollen Balkonkraftwerke auch offiziell an herkömmlichen Schuko-Steckdosen betrieben werden dürfen, anstatt einer speziellen Wieland-Steckdose, die von einem Elektriker installiert werden muss. Voraussichtlich im Jahr 2024 wird eine Produktnorm für Mini-Solaranlagen erwartet, die diese Regelung festlegt. Die Verbraucherzentrale empfiehlt außerdem, darauf zu achten, dass die Hersteller den DGS-Sicherheitsstandard einhalten.

Mieter sollten immer zuerst klären, ob sie die Erlaubnis ihres Vermieters benötigen, um ein Balkonkraftwerk zu installieren. Bisher können Vermieter und Eigentümergemeinschaften solche Installationen verbieten. Die Regierung plant jedoch, gesetzlich festzulegen, dass Mieter und Wohnungseigentümer künftig einen Rechtsanspruch auf die Installation von Balkonkraftwerken haben werden.

Erleichterungen für Balkonkraftwerke - Das Kabinett beschließt Erleichterungen ab 2024

Sicherheitsstandards für Solargeräte

Die Sicherheit von Geräten wie der Mini-Solaranlage am Balkon ist von großer Bedeutung. Bevor Solarmodule installiert werden, ist es ratsam, den Vermieter darüber zu informieren.
Die beiliegenden Wechselrichter müssen entsprechend zertifiziert sein und sollten den gleichen Sicherheitsanforderungen entsprechen wie herkömmliche Photovoltaikanlagen, um als sicher zu gelten. Es gibt mittlerweile eine Produktnorm (VDE V 0126-95) speziell für Stecker-Solargeräte. Das Siegel der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS) bietet zusätzliche Orientierung, da diese Organisation bereits einen Sicherheitsstandard festgelegt hat. Um sicherzustellen, dass das Gerät den Standards entspricht, ist es ratsam, darauf zu achten, dass es die Norm VDE-AR-N 4105 erfüllt.

Brauche ich ein Speicher für mein Mini-PV?

Die Frage, ob wir zuerst Speicher benötigen, bevor wir mehr Solaranlagen bauen, lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Antwort lautet: Jein. Derzeit ist es in den nächsten Jahren oft nicht wirtschaftlich, in Stromspeicher zu investieren. Damit die Investition in Speicher sinnvoll ist, müssen signifikante Preisunterschiede für Stromverbrauch zu unterschiedlichen Zeiten bestehen. Das bedeutet, dass es zu günstigen Zeiten notwendig ist, die Speicher zu füllen, um den Strom zu teuren Zeiten wieder zu verkaufen.

In den letzten zehn Jahren wurden Investitionen in Speicher, insbesondere in Pumpspeicheranlagen, zurückgestellt, da ein wirtschaftlicher Betrieb nicht möglich war. Mit einem steigenden Anteil erneuerbarer Energien wird sich diese Situation jedoch ändern. In Zukunft wird es Tage geben, an denen viel Strom produziert wird und daher günstig verkauft werden kann, und Tage, an denen die Stromproduktion geringer ausfällt und der Strom teurer wird. In diesem Szenario könnten Speicher wirtschaftlich sinnvoll sein.

Dennoch ist es schwer, Katastrophen wie einen Blackout vorherzusagen, daher ist eine gewisse Vorbereitung wichtig. Um den Anteil von Gas- und Kohlestrom weiter zu reduzieren, werden in der Zukunft tatsächlich mehr Stromspeicher benötigt, um die Energiewende voranzutreiben. Es ergibt jedoch keinen Sinn, den Ausbau erneuerbarer Energien zu bremsen, da gerade dieser Ausbau dazu beiträgt, das Angebot so zu gestalten, dass Speicher wirtschaftlich sinnvoll werden und umgesetzt werden können.

Im privaten Bereich verhält es sich ähnlich. Derzeit rentieren sich Stromspeicher oft nicht, da sie relativ teuer sind und Strom relativ günstig ist. Privatpersonen müssen auch die Kosten für die Installation und Wartung der Speicher in ihre Überlegungen einbeziehen. In vielen Fällen zeigt sich daher, dass sich die Investition in Speicher noch nicht wirklich lohnt.

2Umweltgerechte Entsorgung von Solarpanels

Die richtige Entsorgung von Solarpanels ist entscheidend, um Umweltauswirkungen zu vermeiden. Wenn sie ordnungsgemäß gehandhabt und entsorgt werden, stellen Solarpanels keine größeren Probleme dar und sollten nicht davon abhalten, sie zu nutzen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Balkonkraftwerke und andere Fotovoltaikanlagen nicht einfach im Restmüll entsorgt werden dürfen. Stattdessen müssen sie speziell und getrennt entsorgt werden, um sicherzustellen, dass sie nach ihrer Entsorgung keine Umweltgefahr darstellen. Die genauen Regeln und Vorschriften für die Entsorgung von Solarpanels variieren je nach Ihrem lokalen Abfallbetrieb, daher sollten Sie sich bei diesem informieren, um sicherzustellen, dass Sie die richtigen Verfahren befolgen.

Falls Interesse besteht, können Sie den Online-Rechner der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin nutzen, um eine grobe Schätzung für die Effizienz eines Balkonkraftwerks in Ihrem Haushalt zu erhalten. Darüber hinaus können Sie sich auch auf verschiedenen Anbieterportalen über die verfügbaren Optionen informieren.

Diese Portale bieten oft Informationen zu verschiedenen Balkonkraftwerksanbietern, deren Produkten und Preisen. Beachten Sie jedoch, dass die tatsächliche Effizienz eines Balkonkraftwerks von verschiedenen Faktoren abhängt, einschließlich der Ausrichtung Ihres Balkons, der Sonneneinstrahlung in Ihrer Region und der gewählten Systemgröße.

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