Wie viel Dein Strom jetzt und in Zukunft kostet?

Strom wird immer teurer und verständlicherweise fragen sich die Verbraucher, wo das Ende der Preisspirale sein könnte. Wir haben einen Blick auf die Strompreisentwicklung und auf aktuelle Prognosen geworfen. Hier erfährst du, wie viel dein Strom jetzt und in Zukunft kostet.

Überblick über den Stromverbrauch und die Tarife in Deutschland

Im Jahr 2022 betrug der Stromverbrauch in Deutschland netto etwa 490,6 Terrawattstunden. Gemeint ist mit der Bezeichnung „Nettostromverbrauch“ die elektrische Arbeit, die um den Eigenbedarf der Kraftwerke und um die allgemeinen Netzverluste bei der Übertragung reduziert wurde. Für das Jahr 2021 wurde der Stromverbrauch pro Kopf mit 6,8 Megawattstunden angegeben.

Für 2023 liegen freilich keine abschließenden Daten vor. Bisher steht aber schon fest, dass im ersten Halbjahr in Deutschland weniger Strom verbraucht wurde als im Vorjahreszeitraum. Ein Grund könnte die schwächelnde Konjunktur sein, ein anderer die gestiegenen Verbraucherpreise. Der Verbrauch wird mit 7,1 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2022 angegeben. Gleichzeitig sind auch die Preise gesunken, dennoch ist deren Niveau noch deutlich höher als 2021. Derzeit kostet die Kilowattstunde Strom durchschnittlich 30,2 Cent für Neukunden. Außerdem wurde ermittelt, dass Windkraft als wichtigster Energieträger, allerdings holt die Photovoltaik merklich auf.

Wie sieht die Prognose zur Strompreisentwicklung aus?

Der Winter 2022/23 war sehr mild, die Versorgung mit Flüssigerdgas war gesichert. Damit konnte eine gewisse Entspannung an den Energiemärkten erkennbar werden. Zudem wurden etliche französische Kraftwerke wieder in Betrieb genommen, auch dadurch stabilisierten sich die Preise. Das Bundeswirtschaftsministerium rechnet für das restliche Jahr 2023 sowie für das kommende Jahr weiterhin mit sinkenden Strompreisen, sofern sich die Lage am Gasmarkt stabilisiert.
Eine ganz konkrete Prognose kann daher nicht gegeben werden, was nicht zuletzt an der Abhängigkeit vom französischen Strom liegt. Dieser wiederum ist nur aktuell gesichert. Sollte es zu militärischen Inventionen wegen der blockierten Uranminen in Niger kommen, dürfte sich das auf den Stromimport durch Deutschland und in der Folge auf die Strompreise auswirken. Aktuell kann jedoch von sinkenden Preisen ausgegangen werden. Endet die Strompreisbremse nach 2024, dürfte die Strompreisentwicklung allerdings wieder nach oben tendieren.

Strompreis Barometer

Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Der Strompreis setzt sich aus verschiedenen Teilen zusammen:

  • 26 Prozent Steuern, Umlagen und Abgaben
  • 20 Prozent Nutzungsentgelte der Netzbetreiber
  • 54 Prozent Entgelte für Stromproduktion und -vertrieb

Dadurch, dass die EEG-Umlage weggefallen ist, ist auch der Anteil an Steuern und Abgaben gesunken. Beschaffung und Vertrieb sind jedoch deutlich teurer geworden.

Was beeinflusst die Stromkosten?

strompreis zusammensetzung

Die Kosten für die Beschaffung von Strom waren und sind hoch, was auch den Preis nach oben treibt, den die Verbraucher zahlen müssen. Anfang 2021 wurden noch fünf bis sieben Cent pro Kilowattstunde für die Beschaffung gefordert, 2022 waren es in Höchstzeiten schon 60 Cent. Dabei ist der Einkauf nur ein Teil des gesamten Strompreises! Schuld an den hohen Einkaufskosten war der Ukraine-Krieg, der eine Gaskrise auslöste. Damit stiegen auch die Strompreise, die sogar schon Werte von 70 Cent pro Kilowattstunde erreichten, ehe sie zuletzt wieder sanken. Beeinflusst wird der Strompreis durch folgende Aspekte:

  1. Wann kauft der Stromanbieter ein?
    Gemeint ist damit der saisonale Einkauf sowie der Einkauf zu Krisenzeiten oder dann, wenn es keine Beeinflussung durch politische oder wirtschaftliche Komponenten gibt.
  2. Welche Umlagen, Abgaben und Steuern sind zu zahlen?
    Staatliche Belastungen machen immerhin noch rund 26 Prozent des Strompreises aus. Nachdem jahrelang die EEG-Umlage den höchsten Anteil an den Stromkosten ausmachte, ist dieser Kostenaspekt nun weggefallen. Dies entlastet seit Juli 2022 Haushalte und Gewerbe um rund sechs Cent pro Kilowattstunde.
  3. Welche Netzentgelte und Zählerkosten fallen an?
    Damit der Netzbetreiber Strom durch die Leitungen führen kann, muss er ein sogenanntes Netzentgelt bezahlen. Davon werden Unterhalt und Reparatur des Netzes bezahlt. Im bundesweiten Durchschnitt sind diese Kosten in 2023 um etwa 18 Prozent gestiegen, wobei Nutzungsentgelte in den einzelnen Bundesländern und Regionen unterschiedlich ausfallen.

Wie kann ich beim Strompreis sparen?

Strompreis sparen

Aktuell ist es die Strompreisbremse, die Verbrauchern zu einer niedrigeren Stromrechnung verhilft. Doch wenn sie endet, geht das Rechnen und Sparen erneut los. Da ist es gut zu wissen, wie sich am besten am Strompreis sparen lässt:

  • Stromverbrauch senken
    Dieser einfachste Tipp kann schon durch das Ausschalten von Elektrogeräten (kein Stand-by-Betrieb) sowie durch all die kleinen Spartipps für Verbraucher umgesetzt werden (Licht in Räumen ausschalten, wenn es nicht benötigt wird, auf energiesparende Geräte achten etc.). Vor allem beim Geräteneukauf sollte auf den Verbrauch geachtet werden, ein Austauschen noch funktionierender Elektrogeräte ist hingegen in den meisten Fällen nicht nötig.
  • Tarife vergleichen
    Wichtig für Stromneukunden: Es sollte keine lange Vertragsbindung vereinbart werden! Damit ist der Kunde an den Stromanbieter gebunden und kann nicht von günstigeren Preisen anderer Anbieter profitieren. Lieber einmal jährlich die Tarife vergleichen und zum jeweils günstigsten Anbieter wechseln!
  • Selbst Strom mit dem Balkonkraftwerk produzieren
    Eine der einfachsten Möglichkeiten zum Stromsparen ist längst salonfähig geworden: Immer mehr Menschen setzen auf ein Balkonkraftwerk, mit dessen Hilfe sie selbst Strom produzieren. Es kann kostengünstig erworben und ohne Fachkenntnisse installiert werden. Inzwischen kommen auch mehr und mehr Speicher auf den Markt, die den überschüssigen Strom speichern können. Das hat den Vorteil, dass dieser nicht ins Netz eingespeist werden muss, wo es ohnehin keine Vergütung mehr gibt. Durch die neuen Regelungen zu leistungsfähigeren Mini-Photovoltaikanlagen kann zudem mehr Strom produziert werden, sodass eine spürbare Entlastung des Haushaltsbudgets vorliegt und eine gewisse Autarkie von den aktuellen Strompreisen erreicht werden kann.

Lassen Sie sich benachrichtigen, wenn wir etwas Neues veröffentlichen!

Ich stimme zu, dass meine personenbezogenen Daten genutzt werden, um werbliche E-Mails zu erhalten, und weiß, dass ich dies jederzeit widerrufen kann.

Weiter lesen

Österreich verabschiedet neues Gesetz zu Balkonkraftwerken

Ab dem 1. September 2024 können andere Mitglieder einer Wohnungseigentümergemeinschaft in Österreich grundsätzlich nicht mehr die Installation von Plug-in-Photovoltaiksystemen auf Balkonen und Terrassen ablehnen....

Balkonkraftwerke: Neue Regeln für Mietwohnungen

Am 4. Juli 2024 hat der Deutsche Bundestag ein wichtiges Gesetz verabschiedet, das den Prozess zur Installation von Balkonkraftwerken für Mieter erheblich vereinfacht. Diese...

Wartung und Pflege von Balkonkraftwerken: Was Sie wissen müssen

Balkonkraftwerke sind eine hervorragende Möglichkeit, umweltfreundlich und kostensparend Strom zu erzeugen. Doch wie bei jeder technischen Installation ist es wichtig, diese regelmäßig zu warten...

Aktivitäten des Waldkindergartens Bad Nauheim

Grüne Feier im Waldkindergarten Bad Nauheim An einem sonnigen Morgen begrüßte der Höhenweg in Bad Nauheim einen besonderen Tag. Die Eröffnungsfeier des neuen Standorts des...

Die Einspeisevergütung bei Balkonkraftwerken

In den letzten Jahren haben sich Balkonkraftwerke als beliebte Option für umweltbewusste Haushalte etabliert. Diese kleinen Solaranlagen ermöglichen es Mietern und Hausbesitzern, ihren eigenen...